Offenbach Post vom 17.11.2010
Bevor die verführerische Phryne aus
der Walpurgisnacht von Gounods „Faust“-Oper mit ihrem Tanz die
Geisterstunde beschloss, wurde den Hexen mit einer Uraufführung Ehre
erwiesen. Hauskomponist Bishay hatte Dokumente der Hexenverfolgung
exzerpiert und verband sie mit englischen und deutsch übersetzten
Auszügen aus Shakespeares „Macbeth“. In der dreiteiligen Komposition
„Besagt: Hagazussa!“ wirkte neben dem eindrucksvoll agierenden
Sprecherduo das Vokalensemble Fauna Canzone mit, einstudiert von Carsten
Haubl. Erschütternd waren die Klagebriefe unschuldig Gefangener, die
von unsäglicher Folter berichten, und die erzwungenen Geständnisse,
umrahmt von Monologen Lady Mac beths und Dialogen mit ihrem Gemahl.
Sensibel begleitete und verdeutlichte die Orchesterkomposition die
grausigen Szenen. Beifallsstürme am Schluss galten besonders Bishay und
seiner originellen Komposition.
Offenbach Post vom 16.02.2010
Offenbach - Die Classic Lounge im
Offenbacher Capitol widerstand dem Diktat des Karnevals und entführte
ihr Publikum mit einer Uraufführung in den Frühling, zum japanischen
Kirschblütenfest. Patrik Bishay, für die Neue Philharmonie
Hauskomponist, hatte eine „Kirschblütensonate“ für Chor, Licht, Wasser
und Orchester komponiert. Von Eva Schumann
Die vier Sätze spiegeln den Jahreslauf und zugleich die Lebensalter
wider. Beginnend mit dem Sakuralied für die Kirschblüte, werden
japanische Haikus und andere Gedichte gesungen. Zu den „Gräsern des
Sommers“ fügt sich in einem Allegro-Satz Goethes „Ganymed“. Den
Herbstabend charakterisiert ein Gedicht von Dagmar Scherf. „The Wild
Iris“ von Louise Glueck spricht vom Tod und knüpft musikalisch an den
Adagio-Beginn an. Bishay vereint fernöstliche mit westlichen
Klangfarben und findet eindrucksvolle Metaphern. Hauchige Klänge,
Flüstern des Chores malen die Entstehung des Lebens. Vielstimmigkeit
wächst, aus der sich eine Kantilene erhebt. Wasser strömt aus einem
Brunnen, blaues Licht mischt sich ein.
Die Sopranpartien schienen Shen Shen und Kaili Hsin auf den Leib
geschrieben. Judith Bernings warmer Alt bezauberte unter anderem beim
Sakuralied und harmonierte in den Ensembles mit dem Alt von Dorothea
Martin. Der Kammerchor der Marienschule (Einstudierung: Brigitte Rudin)
und der Projektchor (Einstudierung: Bishay) glänzten mit sauberer
Tongebung und feiner Dynamik. Das Orchester meisterte die
differenzierten Techniken vom Flageolett über Glissandi bis zur
Viertelton-Stimmung und tonlosen Anblasgeräuschen. Wolfgang Wengenroth
war unerschütterlicher Herrscher über das komplexe Ensemble.
Offenbach Post vom 03.11.2009In eine ganz andere Stilsphäre führte „A Whiter Shade Of Pale“ der Band Procul Harum, das auf Bachs „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, der populären Air und der Arie „Vergnügte Seelenlust“ basiert, schuf Patrik Bishay eine farbige Orchesterversion.
Kreisanzeiger vom 13.08.09
Eingangs gab es eine besondere Variante des Crossover-Prinzips, das die Neue Philharmonie so engagiert vertritt: Sätze aus Händels drei Wassermusik-Suiten waren unter dem Titel "Zappa makes the water (music) turn black" von Patrik Bishay zu einer Collage arrangiert worden. Händelsche Allegro-Sätze und das zarte Moderato der 3. Suite gingen in Zappa-Titel über. Im Pausengespräch erwiesen sich sogar Hardcore-Fans des eigenwillig-kreativen Zappa als überzeugt. Von der ironischen Verfremdung der höfisch-anmutigen Musik war da die Rede, von gelungenen Assoziationen, etwa wenn das wunderbar lautmalende Oboensolo im ersten Allegretto, das tatsächlich eine Sommernacht auf flutendem Wasser assoziiert, in dem Rieseln, den Geräuschen zu Anfang von "Yellow Snow" gespiegelt wird, um dann mit grollenden Schlagzeugrhythmen und schrägen Bläsern an eine aufziehende Wolkenfront denken zu lassen. So endete dieser erste Konzertteil mit lebhaftem Beifall, der Arrangeur, Dirigentin und Orchester gleichermaßen galt.
Rhein Main Zeitung vom 13.08.09
«Was spricht dagegen, Qualität mit guter Unterhaltung zu verknüpfen?», hatten die Veranstalter im Vorfeld gefragt. Die Antwort lag schon nach den ersten Tönen so gut wie auf der Hand: gar nichts.
Händel und Zappa werden verwoben
Kraftvoll, dynamisch und mit differenziertem Klang präsentierten die 50 Musiker zu Beginn ein Werk des 34-jährigen Komponisten Patrik Bishay, der im Auftrag der Neuen Philharmonie mehrere Sätze aus der rund 300 Jahre alten Wassermusik von Georg Friedrich Händel mit Songs von Frank Zappa verbunden hatte.
Mit unübersehbarer Vitalität setzte das Orchester gelungene Akzente sowohl bei den Tanzsätzen aus barocker Zeit als auch bei den eigenwillig-experimentellen Rhythmen und Harmonien des amerikanischen Rockmusikers. Hier wurde eine gemeinsame Tonsprache sauber herausgearbeitet, ohne die individuellen Merkmale der zeitlich weit auseinander liegenden Basiskompositionen zu vernachlässigen.
Als «inspirierende Leistung engagierter Musiker» bezeichnete Moderator Ralph Philipp Ziegler, gleichzeitig künstlerischer Leiter der Neuen Philharmonie, das Gehörte.
Offenbach Post vom 12.05.2009
...In
der Moderne angelangt, wandte sich das Orchester Frank Zappa zu, und
hier wurde der Klang deftiger. „Zappa makes the Water (Music) Turn
Black“ ist eine originelle Konfrontation von Händels Wassermusik, die
Patrick Bishay in Zusammenarbeit mit Ziegler und Orchestermitgliedern
für die Neue Philharmonie arrangiert hat. Tänze der Händel-Suite
wechselten jeweils mit Zappa-Stücken wie „Yellow Snow“ und „Dancing
Fool“. Orchester und Dirigent präsentierten die schräge Mischung mit
Pepp, Überzeugungskraft und Vergnügen. Wie der Applaus zeigte, hatte
das Publikum mindestens ebenso viel Spaß.
Offenbacher Post vom 21.10.2008
...Dafür
entschädigte die uraufgeführte Hörspiel-Szene "Dr. Jacques & Mr.
Hyde" des Braunschweiger Komponisten Patrik Bishay, deren maßvolle
Moderne beim Publikum ein beifälliges Echo fand. Bishay hat die grausame
Geschichte in eine vielschichtige Klang-Collage eingebracht. Jacques
Offenbachs leichtfüßiges Cello-Concerto militaire trifft hier auf das
ebenfalls bei André verlegte Virtuosenkonzert für Violoncello und
Orchester des 1898 verstorbenen Frankfurters Georg Goltermann. Und dann
sind da noch Bishays skizzenhafte Verbindungen dieser so verschiedenen
musikalischen Welten, die zudem das schizoide Innenleben des seltsamen
Helden bis in feine klangliche Fasern hinein erkunden. Vor allem in den
beweglichen Geigentönen von Konzertmeister Ralf Hübner. Die Verlobte
will den Unseligen retten (Katharina Maria Kagel zielt mit den reinen
Vokalisen ihres lyrischen Soprans ebenso aufs Seelische), der sich
jedoch dem puppigen "Automaten" Olympia zuwendet (Sprecherin Petra
Bougeon) - und Selbstmord begeht. Dirigent Wolfgang Wengenroth hat alles
im Griff, unterstützt von hoch motivierten Philharmonikern, die sich
lustvoll auf die ostinaten Rhythmen stürzen...
Wetterauer Zeitung vom 02.10.2006
"...mit einer Uraufführung des 1975 geborenen Patrik Bishay nahmen sie das Publikum mit in eine südfranzösische Landschaft. Dort habe Bishay Klänge gefunden - wie einen Hauch von Blütenstaub - und in seinem Werk `Le Pays Catare` Momente des Innehaltens und Nachlauschens eingefangen, erklärte der Moderator. Siao ließ diese als isolierten Flötenton im Raum stehen, bis Schäfer sie mit Klängen geklopfter Saiten ablöste. Böen, Briesen, Stimmungen wurden geweckt..."
El Masaa vom 14.02.2006 (issue 178229)
„…this work can be considered a great model of this school and an innovation of the orchestra as this kind of work needs large skills in performance. This was a lovely and profound experiance…“
Mitteldeutsche Zeitung vom 28.01.2006
„…Die großen geistigen Ströme der Zeit, in denen Mozart zum Vollender der Klassik reifte, blieben außerhalb der Betrachtungen. Doch war solches spürbar in den neuen Werken: In der kunstreichen Rafinesse von Bishays etwas zerklüfteten "Unsichtbaren Mauern", in den klangintensiven Blöcken und Flächen des "Eis Schatten" von Schleiermacher und besonders in der Transparenz der "Serenade" von Talvitie…“
Westfälisches Volksblatt vom 12.12.2005
„…Die Musik von Patrik Bishay ist eine wunderbare Ergänzung der Textpassagen…“
HZ vom 22.06.2005
“...“about Eve” lautete der Titel des Stücks des ebenfalls anwesenden Komponisten Patrik Bishay. Schwelgerische Grundstimmungen, die immer wieder durch dissonante Partien gebrochen wurden, zeigte das spannungsreiche Stück mit experimentellen Strukturen. Die Bassklarinette wurde etwa nur zu einem sanften Rauschen angeblasen. Taktische Finessen und die bisweilen kühle Strenge ergaben ein besonderes Klangerlebnis...”
El Ahram weekly, February 2005 (Issue 730)
„... a third important composer of the younger generation is doubtlessly Patrik Bishay...“
Al-Ahram Weekly: 12 - 18 February 2004 (Issue No. 677)
"...Patrik Bishay's Passacaglia for Orchestra followed, a difficult piece of music with astounding percussion and syncopation effects..."
Al-Ahram Weekly: 03 - 09 July 2003 (Issue No. 645)
"...the rhythms were aggressive, the brass- driven textures eloquent... the orchestra gave him sound filled with energy and intelligence."
TLZ vom 10. 11. 2003
"...feinnervige Ausmahlung der Fläche... freilich gelingen dabei bereits ansprechende, auch individuelle Klangbilder."
Fränkischer Tag vom 11. 10. 2003
"...bei dem zweiten Thema handelt es sich um ein Zwiegespräch zwischen Flöte und Cello. Doch es kam einem so vor, als würde die Flöte nur mit sich selbst plaudern, so schizophren hörten sich ihre Mehrklänge an..."